Mit nur zwei Stunden Arbeitszeit habe ich über 1.000 Mails im Monat verdient! Wie das geht? Ganz einfach — mit Goldesel! Die App aus dem Hause Mahlberg Heid UG lässt euch nämlich, genau wie im Märchen, Geld scheißen. Dass die Macher dem Nutzer nicht nur ein Märchen auftischen, ist mir nach einer kurzen Testphase klar.

Daten für Geld — So funktioniert Goldesel.

Die Angebote der Goldesel-App

Bei Goldesel bearbeiten die Nutzer kleine Aufgaben und verdienen dabei Geld. Diese sogenannten Micro-Jobs teilen sich in vier Kategorien auf: Apps installieren, Umfragen, Gewinnspiele und Geld-Zurück-Aktionen. Jeder Job dauert nur einige Minuten und kann nebenbei, von nahezu überall erledigt werden. Eigentlich immer, geht es dabei um das Akquirieren von Adressdaten oder neuen Benutzeraccounts. Dafür erhält Goldesel von ihren Partnern eine kleine Provision, von der ein Teil an den Nutzer geht. So zumindest die Theorie.

In der Praxis zeigt sich bei mir, dass der Weg nach Reichtum dann aber doch durch das ein oder andere Tal führt. Denn das Geld fliesst nicht direkt aufs Bankkonto des Nutzers, sondern wird in Punkte, sogenannte Credits, umgerechnet. Von diesen wiederum kann der Nutzer Amazon-Gutscheine erwerben. Ein 5 Euro Gutschein kostet 5.000 Credits. Also ist ein Credit 0,1 Cent wert.

Für die Teilnahme an einer Umfrage gibt es ca. 200–300 Credits, Gewinnspiele und Apps installieren bringen ca. 500 Credits und Geld-zurück-Aktionen je nach Einkaufswert einige Tausend. Aber hier muss der Nutzer auch erst einmal in den eigenen Beutel greifen.

Betrug am Nutzer: keine Auszahlungen

mein Credits-Verlauf bei GoldeselIch habe etwa zwei Stunden in die App investiert und versucht möglichst viele Angebote abzugreifen. Also habe ich mit einer nicht benötigten Mail-Adresse und falschen aber glaubwürdigen Daten vor allem Apps installiert und an Umfragen sowie Gewinnspielen teilgenommen. In den zwei Stunden habe ich sicherlich 20 Angebote wahrgenommen, aber lediglich aus acht eine Auszahlung erhalten. Bei den anderen Angeboten wurde meine Teilnahme anscheinend nicht registriert, oder sie ist aus einem mir nicht ersichtlichen Grund als ungültig bewertet worden bzw. nicht erfolgreich gewesen.

 

In den zwei Stunden Arbeitszeit habe ich 2.711 Credits erwirtschaftet. Dies entspricht einem halben Amazon-Gutschein über 5 Euro, bzw. einem Stundenlohn von etwas über einem Euro. Statt Geld regnet es dafür nun E-Mails. In meinem Postfach sind seit Benutzen der App vor etwas über einem Monat ganze 1.737 E-Mails eingegangen.

1.737 E-Mails sind im Postfach eingegangen

Auch andere Nutzer berichten, von dem Problem, dass bei ihnen keine Coins gutgeschrieben werden. Andere schreiben, dass Amazon-Gutscheine nicht ausgezahlt werden. So sieht übrigens die Werbung von Goldesel aus. Schön auf die junge Zielgruppe ausgerichtet, über „authentische Influencer“ auf YouTube. Wobei die Werbung die Grenze zum Sarkasmus stellenweise überschreitet.

Der Köder schmeckt dem Esel

So entpuppt sich das Versprechen der Macher „Verdiene jetzt schnell und unkompliziert Geld mit der kostenlosen Goldesel App.“ als Versprecher. Denn Geld verdient hier nur die App selbst. Aber: Der Köder schmeckt den Eseln. Deshalb bewegt sich die App seit Release in der Top 100 der deutschen iTunes-Charts.

Die Macher haben sich so ein schöne Herde an wechselnden Micro-Jobbern herangezüchtet, die ohne Versicherung oder Rentenansprüche für sie arbeiten. Einige, so wie ich, werden sich dabei ihren Gewinn von ein- bis zweitausend Credits nie auszahlen lassen. Diese Nutzer sind Goldesel am liebsten. Denn sie scheißen nicht nur Geld sondern kotzen es sogar aus.

Goldesel_Gesellschafter-Versammlung

So könnte sie aussehen: die Gesellschafter-Versammlung bei der Mahlberg Heid UG — Bildquelle: YouTube, Werner Freise